„Durch das Talentscouting habe ich eine Art der Unterstützung erhalten, die mir in der Schule noch gefehlt hat.“

Schon im ersten Gespräch mit Talentscout Jasmin bezeichnete Lea sich selbst als ehrgeizig. Dies bewies sie mit ihrem sehr guten Abiturzeugnis, welches sie 2019 am Ceciliengymnasium in Bielefeld erwarb. Nach einer Orientierungsphase während des Betheljahres studiert sie nun Humanmedizin an der Ruhr-Universität Bochum. Aufgrund ihrer Leistung und ihres Engagements hat sie zudem ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes erhalten.

 

Eine sehr gute und engagierte Schülerin

Lea zeigte sich während ihrer Schulzeit sowohl leistungsstark mit Noten im Einserbereich als auch vielseitig engagiert. Sie war in der Schülervertretung als stellvertretende Schülersprecherin aktiv und sie organisierte regelmäßige Aktionstage zum Thema ‚Fair-Play‘ für jüngere Schüler*innen des Ceciliengymnasiums. Außerdem war sie Mitglied im Tierheim Bielefeld und absolvierte eine Schulung zur Jugendgruppenleiterin.

Gegen Ende der Q1 war sie das erste Mal bei einem Gespräch bei Talentscout Jasmin. Lea wurde von ihrer Lehrerin  für das Talentscouting vorgeschlagen. Als die Lehrerin sie ansprach, war Lea zunächst unsicher und konnte sich nicht so recht vorstellen, was auf sie zukommt. „Entsprechend nervös war ich auch beim ersten Beratungstermin. Ich hatte vorher noch nie vom Talentscouting gehört, aber habe schnell gemerkt, dass dieses Angebot eine wichtige Ressource zur Orientierung für meine Zukunft darstellen kann. Direkt vom ersten Termin an hatte ich das Gefühl, dass Jasmin und ich sehr gut miteinander klarkommen würden. Ich bin sehr froh mich darauf eingelassen zu haben. Ich wüsste nicht, wo ich ohne das Talentscouting nun stehen würde“, erinnert sich Lea.

 

„Als ich Jasmin kennengelernt habe, war ich eine schüchterne angehende Abiturientin, die zwar wusste, dass sie gut in der Schule ist, aber sich bei Zukunftsplänen noch etwas schwer tat.“

Schnell war klar: Lea möchte nach der Schule erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren und danach in ein Studium starten. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch unsicher, in welchem Fachbereich dies genau sein sollte. „Es hat sich alles noch so weit weg angefühlt und als Schülerin hatte ich wenige Ideen, wie Orientierungsmöglichkeiten aussehen könnten. Diese durfte ich dann durch das Talentscouting kennenlernen. Jasmin hatte von Tag eins an Ideen und Vorschläge, wie ich etwa Zukunftsprojekte wie die Bewerbung für das FSJ, Orientierung für das anschließende Studium oder dessen Finanzierung angehen könnte. Sie war mir da gedanklich oft ein paar Schritte voraus und konnte mich perfekt unterstützen.“ Als das Thema Studienfinanzierung aufkam, war Talentscout Jasmin schnell klar, dass Lea aufgrund ihrer Noten und ihres Engagements gute Chancen auf ein Stipendium hat. Dies war gleich zu Beginn des Talentscoutings Thema und sollte später auch von Erfolg gekrönt werden.

„Das Talentscouting hat meiner Meinung nach an einem Punkt angesetzt, an dem von Seiten des gewöhnlichen Schulablaufs noch Optimierungsbedarf bestand: realistische und angemessene Blicke in die Zukunft setzen, die auch über das Abitur hinausgehen.“

2019 absolvierte Lea die Allgemeine Hochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 1,0. Aufgrund dieser Leistung und ihres Engagements schlug Talentscout Jasmin sie für ein Stipendium bei der Studienstiftung des deutschen Volkes vor. Die Einreichung ihrer Bewerbungsunterlagen bei der Stiftung erfolgte dann unmittelbar vor Studienbeginn. Doch zunächst stand das FSJ an.

 

Das FSJ als Orientierungsphase

Bald nach dem ersten Gespräch mit Talentscout Jasmin widmete sich Lea ihrer Bewerbung für das FSJ. Sie bekam eine Zusage für das ‚Betheljahr‘ in einem tagesgestaltenden Angebot für ältere Menschen mit Behinderung.

Ihr FSJ nutzte Lea neben der Gewinnung von neuen Erfahrungen auch für die Studienorientierung. Ihre Ideen tendierten in Richtung Medizin und Psychologie, aber sie war weiterhin offen für andere Bereiche. Sie nutzte verschiedene Orientierungs- und Schnupperangebote unterschiedlicher Hochschulen wie zum Beispiel die ‚RUB-Guides‘ der Ruhr-Universität Bochum. Hier kam sie in Kontakt mit einer Medizinstudentin und konnte viele Fragen und Unsicherheiten zum Studium klären. Lea empfand diese Kontakte als sehr hilfreich. „Über das Talentscouting konnte ich einige andere Studierende treffen und Kontakte knüpfen, um mich über Möglichkeiten aber auch Schwierigkeiten auszutauschen. Das Netzwerken und damit verbunden auch das Weitergeben eigener Erfahrungen machen für mich die entscheidenden Punkte aus.“ Die Erfahrungen reflektierten Lea und Talentscout Jasmin jeweils in ihren Gesprächen und gemeinsam fanden sie immer wieder spannende weiterführende Orientierungs- und Informationsangebote. Im Verlauf kristallisierte sich das Medizinstudium als Leas Plan A heraus. Als Plan B wollte sie sich auch für Psychologie bewerben.

Um ihren Berufswunsch zu festigen und erste Erfahrungen zu sammeln, konnte sie für die letzten beiden Monate des FSJs die Einsatzstelle wechseln und in einem Krankenhaus mitarbeiten. Spätestens da stand fest, dass Lea Ärztin werden möchte.

 

Ein Studienstart mit Hindernissen

Mit Unterstützung von Talentscout Jasmin bewarb sie sich für das Medizinstudium und bekam zum Wintersemester 2020/21 einen Studienplatz an der Ruhr-Universität Bochum. Mitten in der Pandemie zog Lea nach Bochum und begann das Studium zunächst größtenteils im Online-Format.

Im Februar 2021 nahm Lea am Auswahlseminar für das Stipendium bei der Studienstiftung des deutschen Volkes teil. Zuvor hatte sie die Gelegenheit im Rahmen eines Vorbereitungsworkshops von den Talentscouts der TH OWL ein paar Tipps zu erhalten und zu erfahren, was beim Auswahlverfahren auf sie zukommt. Im März 2021 kam die Zusage für das Stipendium, was sowohl Lea als auch Talentscout Jasmin sehr freute. Das Stipendium bedeutet für Lea etwas weniger Druck bei der Finanzierung ihres Studiums und somit mehr Konzentration auf die Studieninhalte.

Lea ist die erste in ihrer Familie, die studiert und vieles ist für sie dadurch nicht selbstverständlich. Der Studienstart in einer neuen Stadt inmitten der Pandemie war für Lea eine echte Herausforderung. Auch hier bewies sie sehr viel Ehrgeiz. Sie zweifelte beim Studienstart an ihren Leistungen und wollte besser werden. Zum Studienstart war sie weiterhin eng mit Talentscout Jasmin in Kontakt. Sie telefonierten und schrieben sich. Lea berichtete von ihren Erfahrungen und Herausforderungen. Jasmin hatte stets ein offenes Ohr und motivierte Lea weiterzumachen und ihren Weg zu gehen.

 

Von der schüchternen Abiturientin zur selbstbewussten Studentin

Es hat sich gelohnt: Lea ist dran geblieben, hat mittlerweile Freundschaften in Bochum geschlossen und sich im Studierendenleben eingelebt. „Heute sitze ich als selbstbewusste Medizinstudentin und Stipendiatin in einer Stadt, die mir erst fremd war, die ich jetzt aber mein Zuhause nennen kann mit Kommiliton*innen, die ich zu meinen engsten Freund*innen zählen kann. Im Studium bin ich super zufrieden. Natürlich ist es anstrengend, aber das ist es wert. In einem Jahr steht schon mein erstes Staatsexamen an.“

Lea engagiert sich nun wiederum selbst bei den Aktionen und Angeboten, die ihr selbst auch geholfen haben: Sie ist bei den ‚RUB-Guides‘ aktiv und berät hier junge Studieninteressierte zum Medizinstudium. Zudem steht sie für die Stipendienworkshops des Talentscoutings OWL immer gerne als Expertin zur Verfügung. Auch im Talentenetzwerk der Ruhr-Universität Bochum sowie bei der Studienstiftung des deutschen Volkes konnte Lea Kontakte knüpfen. Und mit Talentscout Jasmin möchte Lea auch definitiv weiter in Kontakt bleiben.

 

Leas Fazit zum Talentscouting bisher

„Das Talentscouting ist für mich das Ansetzen an persönlichen ungenutzten und teilweise auch unbewussten Ressourcen. Manchmal braucht es einen neutralen äußeren Beobachter um zu erkennen, was für ein Potential in einem steckt und dann eben den Funken Kontakte und Möglichkeiten, um dieses auch ausschöpfen zu können. Ich hoffe, dass das Talentscouting noch lange so weiterläuft und dadurch auch andere Schüler*innen Chancen erhalten und nutzen können, wie ich sie erhalten habe.“ Leas Reise geht weiter und Talentscout Jasmin freut sich weiter an ihrer Seite zu sein und ihren Weg zu verfolgen.

 

Autor: Talentscouting OWL