TALENTE BERICHTEN: Arne hatte plötzlich viel Zeit

Wir haben unsere Talente im Rahmen unserer Info-Reihe #gewusstwie zu aktuellen Themen wie z. B. Lernen Zuhause, Lernstrategien und -plattformen oder Entspannung aufgefordert zu erzählen, wie es ihnen gerade geht und was sie in den vergangenen Monaten so bewegt hat. Es haben uns einige Beiträge von Schüler*innen, Studierenden und Auszubildenden erreicht, die wir euch in der neuen Rubrik #gewusstwie – TALENTstimmen im O-Ton vorstellen wollen.

Heute berichtet Arne von seinen privaten und schulischen Erfahrungen in der Corona-Zeit.

„Hallo, mein Name ist Arne und ich besuche nach meinem Schulwechsel im letzten Jahr das Hermann-Vöchting-Gymnasium in Blomberg. Ich war vorher auf einer Sekundar-Schule in Lügde und entschloss mich dazu, das Abitur in Angriff zu nehmen. Im letztem Jahr besuchte ich die Stufe 10 als Orientierungsstufe und seit Kurzem bin ich Teil des Talentscouting.

Bei meinem Einstieg auf das Gymnasium habe ich mir Sachen wie Homeschooling oder Maskenplicht nicht vorstellen können, da am Anfang des Jahres alles normal zu sein schien. Mit Freunden treffen, die Schule besuchen und sogar meinen alten Job beim Partyservice auszuüben, hat bis dahin meinen Alltag ausgefüllt. Ich fieberte auf den Polen-Schüleraustausch hin und freute mich darauf, meine geschlossenen Freundschaften aus der Partnerstadt Olsztyn wiederzusehen. Doch als dieser abgesagt worden ist, waren auch die Schulschließungen nicht weit. Ich gebe zu, dass ich vor der Pandemie nicht der disziplinierteste Schüler war, doch im Hinblick darauf, dass ich nach dem Abitur gerne studieren möchte, habe ich in der Pandemie enorm viel für mein Leben dazulernen können.

Zum Beispiel habe ich gelernt, mich selbst zu strukturieren und meine Zeit besser einzuteilen. Online-Lernangebote waren für mich fremd, doch nun kann ich mir sehr gut vorstellen, auch nach Corona-Zeiten mit ihnen weiter zu arbeiten. Allerdings ist es nicht nur der schulische Aspekt, der mich während der Pandemie wachsen liess. Plötzlich hatte ich viel mehr Zeit, mich um meine Mutter zu kümmern, die im Moment Unterstützung benötigt. Aufgrund der Lockerungen hatte ich außerdem die Möglichkeit, intensivere Zeit mit meinen weit entfernt lebenden Großeltern zu verbringen. Da ich durch die Krise meinen Job beim Partyservice verloren habe, bot ich der Familie eines guten Freundes meine Hilfe beim Dachdecken ihres Hauses an. Nach Fertigstellung bewarb ich mich bei verschiedenen Stellen für einen Mini-Job. Seit Mai arbeite ich in einem Supermarkt und wechsle nun bald an die hauseigene Fleisch- und Käsetheke.

Ich wünsche allen, auch das Beste aus der Krise zu machen, um so gestärkt in den Alltag zurückzukehren.“

Autor: Arne Seifert