„Wichtig ist, dass man an sich glaubt“

Roman ist Student der Journalistik an der Technischen Universität Dortmund. Der 19-Jährige interessierte sich schon früh für das Schreiben, für Kultur und Musik. Mit seinem Studienplatz hat er den Grundstein für seinen Traumberuf gelegt. Talentscout Philipp Meyer von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe hat Roman bei seiner Entscheidungsfindung bestärkt und bei der Bewerbung um ein Stipendium bei der Studienstiftung des deutschen Volkes erfolgreich unterstützt. Als zukünftiger Journalist schreibt Roman selbst über seinen Weg von der Schule ins Studium.

Jeden Menschen akzeptieren, wie er ist

Wenn ich heute in meinem WG-Zimmer in der Dortmunder Innenstadt sitze, denke ich gerne an Zuhause. Höxter, die Stadt, in der ich vor 19 Jahren geboren wurde, ist das Sinnbild für ländliche Peripherie. Die Gegend zählt bestimmt zu den ruhigsten Fleckchen Erde. Dort bin ich auch aufgewachsen, in einem urigen Dorf namens Wehrden an der Weser. Vor allem mit dem Gymnasium Beverungen, an dem ich 2018 mein Abitur absolviert habe, verbinde ich viele schöne Dinge. Ich habe dort nicht nur gelernt, was das Curriculum vorschreibt, sondern viel mehr, was das Leben von dir verlangt. Ich habe viele Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen, Abenteuer erlebt – all das, was man in der Schule außerhalb des Unterrichts halt so macht.

In Wehrden leben meine Eltern mit meiner 12-jährigen Schwester und meinen Großeltern in einem Haus am Waldrand. Das mag idyllisch klingen – ist es auch! –, aber an irgendeinem Wald zu wohnen, ist da, wo ich herkomme, eigentlich kein großes Kunststück. Meine Mutter arbeitet als Erzieherin, mein Vater ist selbstständig im Messebau tätig. Bei meiner Omma, wie man in Ostwestfalen sagt, habe ich meine frühe Kindheit verbracht, weil meine Mutter kurz nach meiner Geburt schon wieder arbeiten ging.

Mit zehn Jahren wurde ich am Gymnasium Beverungen eingeschult. Das ist die Schule, auf der schon mein Vater und seine Geschwister ihr Abitur gemacht haben. Ich bin immer gerne zur Schule gegangen. Ganz bestimmt nicht (nur) wegen des Unterrichts, sondern vor allem wegen meiner Freunde. Wenn ich in der Schule eines gelernt habe, dann, wie unglaublich wichtig es ist, jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er ist. Diese Überzeugung führte mich maßgeblich zu der Entscheidung, Journalist zu werden – nicht, weil ich meine Meinung kundtun will, sondern weil es jeden Tag, überall Missstände aufzudecken gibt; Probleme und Fälle, die im Diskurs thematisiert werden müssen. Warum? Weil nur so eine funktionierende Demokratie, in der alle Menschen gleichbehandelt werden und dieselben Rechte haben, am Leben erhalten werden kann.

Journalismus und Kultur faszinieren mich

Mein Schülerbetriebspraktikum in der EF absolvierte ich in unserer Lokalredaktion des Westfalen-Blatts in Höxter. Bereits nach einigen Tagen wurde mir klar: Das ist es! Ich denke, dass es nicht nur darauf ankommt, wie gut du in deinem Job bist, sondern vor allem auch auf die Atmosphäre am Arbeitsplatz, auf das Zusammenspiel aller Angestellten und (gerade im Journalismus) auf gegenseitiges Vertrauen. Ich arbeite inzwischen seit über drei Jahren als freier Mitarbeiter in derselben Redaktion, in der ich damals meine Liebe zum Journalismus entdeckt habe. Vor allem Themen des Ressorts Kultur faszinieren mich. Als Journalist muss man viel Networking betreiben. So durfte ich bereits viele namhafte Künstler kennenlernen, mit denen ich teilweise auch heute noch engen Kontakt habe. Es ist ein großartiges Gefühl, von Leuten anerkannt und geschätzt zu werden. Nur so kann eine erfolgreiche Zusammenarbeit entstehen.

Um ein Ziel zu erreichen, müssen alle an einem Strang ziehen

Erste Berührungspunkte mit dem abstrakten Begriff Kultur hatte ich im Alter von sechs Jahren, als ich begann, Klavierunterricht zu nehmen. Zwölf Jahre lang begleitete mich meine Klavierlehrerin, eine ältere Dame aus dem Nachbardorf, durchs Leben. Sie hat mir nicht nur das Wissen über die klassische Musik, sondern auch viele Weisheiten mit auf den Weg gegeben. Als Pianist war ich auch über meine ganze Schulzeit hinweg im Schulorchester tätig. Ein Teil dieses Ensembles zu sein, war mir so wichtig, dass ich meine Fächerwahlen in der Oberstufe danach richtete. Ich habe dort erfahren, wie sehr Musik Menschen verbindet und wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen, um ein Ziel zu erreichen.

Mein Talentscout zeigte mir, dass man viel mehr schaffen kann, als man glaubt

Vor ungefähr einem Jahr vermittelte mich mein damaliger Mathe-Lehrer an Philipp Meyer, meinen heutigen Talentscout. Er zeigte mir, dass man viel mehr schaffen kann als man vielleicht glaubt, indem man es einfach versucht. Jetzt bin ich ein Teil des „Talentscouting OWL“ und – ich kann Philipp für seine Unterstützung gar nicht oft genug danken – seit Anfang dieses Jahres auch Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Das Talentscouting hat mir bewiesen, dass die Zukunft nach der Schule unendlich viele Chancen in sich birgt – du musst nur den Mut haben, den entscheidenden Schritt nach vorn zu gehen. Eben genau dort setzt für mich die Förderung durch das Talentscouting an: Durch Menschen, die sich hinter dich stellen, wenn du mit großen Augen kurz vor dem Schulabschluss stehst und dich fragst: Wie gehe ich das jetzt am aller besten an?

Talentscouting steht uns zur Seite auf dem Weg in die Zukunft

Ich habe mir vergangenes Jahr immer gewünscht, nach dem Abitur in meinen Traumberuf einsteigen zu können. Das habe ich geschafft und studiere jetzt Journalistik (mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften) an der Technischen Universität Dortmund. Es war – und ist – mir auch wichtig, in weiterer Zukunft der Mensch sein zu können, der ich bin. Auch das zeichnet das Talentscouting aus: Es kommt nicht darauf an, woher du kommst, wen du liebst, an was du glaubst oder wie du aussiehst. Wichtig ist, dass du an dich glaubst – und deine eigenen Grundsätze vertrittst. Bestimmt hat jedes Förderprogramm noch Verbesserungspotenzial, doch das Talentscouting macht alles richtig, wenn es uns jungen Menschen auf dem – nicht immer ganz einfachen – Weg in die Zukunft zur Seite steht.

Autor: Roman Winkelhahn